Neuer Trend: Plakat Shopping mit QR-Code am Schaufenster

Neuer Trend: Plakat Shopping mit QR-Code am Schaufenster

Findige Einzelhändler aus Süd-Deutschland haben einen Trend aus Großbritannien importiert und sorgen für ein neuartiges Shopping-Erlebnis. Offline-Präsentation und Online-Kauf verschmelzen. Mittels eines am Schaufenster angebrachten Aufklebers kann nun auch beim Sonntagsbummel „geshoppt“ werden…

Da soll nochmal Jemand sagen, der inhabergeführte Einzelhandel schläft. Dass dem nicht so ist, haben jüngst einige experimentierfreudige Einzelhändler aus dem Schwarzwald bewiesen. Sieben Einzelhändler aus dem beschaulichen Sengenbach haben sich zusammengetan und ein brandneues System eines Anbieters aus Lahr übernommen.

‚Plakat Shopping‘ oder ‚interaktives Schaufenster‘ nennt sich der Trend, der in UK seinen Urprung hat. Plakate mit Produktangeboten werden mit einem entsprechende QR-Code versehen – QR steht in dem Fall für ‚Quick-Response‘ also schnelle Reaktion. Scannt man diesen Code, bspw. mit dem Smartphone, landet man direkt in einem Webshop und kann den dargestelten (in dem Fall aufgedruckten) Artikel online kaufen. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche versteht sich.

Mit dem nun eingesetzten System ist man allerdings noch einen entscheidenden Schrittt weiter gegangen. Man hat nun nämlich die echten, im Schaufenster gezeigten Waren direkt an der Schaufensterscheibe nochmals mit speziellen Aufklebern markiert. Zusätzlich zu dem QR-Code ist auf jedem Aufkleber dann eine kurze piktografische Anleitung – „Die kleine rote Lampe, hier direkt bestellen“…Klick…Adresse eingeben…fertig! Die Ware wird dann am nächsten Werktag zum Kunden direkt nach Hause geliefert.

Klar, dass man damit keine riesigen Mengen verkauft, Produkte wollen im Zweifelsfall vorher angefasst und ausprobiert werden. Aber eine spannende Alternative zum Onlinekauf und ein vielversprechender Zusatzumsatz zum Offlineabsatz ist Plakat Shopping allemale. Zumal die Händler selber keinen Webshop haben müssen, um das Fullfillment kümmert sich auf Wunsch der Systemanbieter. Dafür nimmt dieser beim erfolgreichen Kauf allerdings auch 10% vom Umsatz.

Die Frage, die sich viele Händler bei solchen Systemen dann stellen, ist, ob der Kauf ohnehin auch später im stationären Laden stattgefunden hätte oder nicht. Wenn nicht, wären solche Abverkäufe echte Zusatzumsätze, die sonst nie stattgefunden hätten. Ein Aufwand der sich also langfristig sicherlich lohnt. Kanibalisiert man sich diese Umsätze jedoch lediglich vom stationären Umsatz weg, macht so ein System in der Fläche natürlich keinen Sinn. Ob sich das so in der Form durchsetzt, werden wir sicher bald erfahren. Neue und vielversprechende Trends finden in der Regel schnell Nachahmer. Zu wünschen wäre der Erfolg den Schwarzwälder Einzelhändlern aber allemale. Quelle: Der Handel Ausg. 09/2013, Foto: Licht Remagen.

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